Unser Freibad ist in die Jahre gekommen. Es muss Geld in die Hand genommen werden, für dringende und derzeit noch weniger dringende Arbeiten. Rücklagen hat die Gemeinde wohl keine gebildet. Der Bürgermeister sieht die Gemeindekasse als leistungsfähig genug, ca. 3,7 Millionen Euro für die kommenden Jahre dazu aufzubringen. Jetzt galt es, einen Beschluss zu fassen.

Warum man da die Stirn runzeln kann? Inklusive der erhofften Fördermittel ging es um einen Beschluss über ca. 6,7 Millionen Euro. Und doch lag der Beschlussvorschlag den Ratsmitgliedern nicht schriftlich vor. Der Bürgermeister hatte es nicht geschafft, innerhalb von 24 Stunden zwei Sätze (wie am Tag zuvor im VA beschlossen) umzuformulieren. Und die Änderungen waren nicht unwesentlich. Nun zerfielen die Parteien in Schwimmer und Nichtschwimmer (Scherzende). FDP, Freie Wähler, CDU gegen den Beschluss, SPD und Grüne für den Beschluss unter Vorbehalt einer Förderung von mindestens 45 %.

Nur die Fraktion Team Hatten fordert die Sanierung – auch in kleinerem Maßstab – selbst wenn wir keine Förderung von „mindestens 45 %“ erhalten werden. Die ist nämlich wenig wahrscheinlich. Dazu unser Sprechzettel, wie wir in in der Ratssitzung verlesen haben:

Ratssitzung 13.10.2022 Sprechzettel (Stand 13.10.2022) Team Hatten, Fraktionsvorsitzender

Zu TOP 8, Sanierung Freibad Hatten

Die Fraktion Team Hatten begrüßt die Absicht das Freibad in Kirchhatten zu sanieren. Wir begrüßen auch die Absicht, dazu Fördermittel zu gewinnen.

Wir sind aber nicht damit einverstanden, mit der erforderlichen Sanierung des Freibades nur dann zu beginnen, wenn wir einen Förderbetrag von über 3 Millionen Euro dafür erhalten. Genau das sagt aber der Beschlussvorschlag. Er bleibt damit hinter den berechtigten Erwartungen der Bürger, der Familien, Kinder und Jugendlichen zurück.

Mit der Sanierung des Freibades ist aber unbedingt zu beginnen. Sollten wir keine Fördermittel erhalten, ist die Sanierung eben mit den vom Bürgermeister im Beschlussvorschlag aufgeführten 3,7 Millionen Euro verteilt auf die kommenden fünf Jahre zu beginnen.

Denn wir sollten uns und den Bürgern nichts vormachen: die Wahrscheinlichkeit einer so hohen Förderzusage im November aus dem genannten Programm ist als eher gering zu bewerten. Und zwar aus zwei Gründen:

  1. Die Einreichungsfrist zum Projektaufruf 2022 endete am 30.September. Zu dem Termin haben fast 750 Kommunen mit insgesamt 995 Projektskizzen ihr Interesse an einer Förderung bekundet. Die beantragte Fördersumme beläuft sich auf rund 2,7 Mrd. Euro. Für die Förderung stehen aber nur 476 Mio. Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung.
  2. Das Programm legt einen Schwerpunkt auf die energetische Sanierung der zu fördernden Einrichtungen. Es soll eine hohe Qualität im Hinblick auf die energetischen Wirkungen und Anpassungsleistungen an den Klimawandel erzielt werden. Es gibt spezielle Anforderungen an Freibäder. Zitat:“ Möglichst klimaneutrale Wärmeversorgung“. Da unser Freibad aber bereits mit Biogas beheizt wird, stehen wir energetisch vergleichsweise gut da. Bleiben noch Fördermittel zur Erhöhung der Barrierefreiheit und der Reduzierung des Wasserverbrauches und des Einsatzes von Chemikalien.

Die Nichtschwimmer haben gewonnen: das Freibad soll nur saniert werden, wenn die Gemeinde mit mindestens 45 % gefördert wird. Wenn nicht, wir nicht saniert, obwohl der Bürgermeister nach eigenen Angaben Geld dazu in der Kasse sieht. Und haben – wie so oft in der Ratsarbeit – wieder nur Zeit vertan. Zu Lasten der Kinder, Jugendlichen und Familien. – Und unseren Gästen auf dem Campingplatz. Schade.

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 20. Oktober 2022 auf team-hatten.info veröffentlicht und für das Ratsarchiv auf walter-schleef.de übernommen. Er berichtet über die Ratssitzung vom 13. Oktober 2022 und enthält den damaligen Sprechzettel der Fraktion TEAM HATTEN zur Freibadsanierung. Angaben zu Planungen, Kosten, Fördermitteln und politischen Entscheidungen geben den damaligen Stand wieder.